Zygmunt Bauman r.i.p.

Ich nehme sein Büchlein „Flüchtige Moderne“ ausm Regal und lese den Klappentext: „In Anlehnung an die bekannte Formulierung von Clausewitz kann man sagen: Der Krieg heute ist die Fortsetzung des globalen Freihandels mit anderen Mitteln“. Und dann sein Büchlein „Leben als Konsum“. Auf’m Klappentext: „Ich shoppe, also bin ich“.

ZEIT: Die ethnische und religiöse Verschiedenheit wäre also nicht das Trennende?

Bauman: Ethnische und religiöse Unterschiede, die sich gegenwärtig mit sozialer Deklassierung überlappen, werden zu untergeordneten privaten Eigenschaften, wenn die Politik die ökonomische Benachteiligung der Zuwanderer überwindet.

Was ist der Kern seiner Lehre? – Schwierig. Vielleicht: Wenn alle so wunderbar frei und ungebunden sein wollen, wie viele von uns vorgeben, dann verlernen wir Solidarität und Kooperation. Wenn der Staat dann auch noch mit seinem Gerede von der „Eigenverantwortung“ (auch wenn der Einzelne in zahllosen Abhängigkeiten gefangen ist) die Menschen ohnmächtig zurücklässt, bleibt von der Gesellschaft nichts als Konsum – der als „flüchtiger“ Glücksbringer alles langfristig Stabile zerstört.

 

 

 

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