Globalisierung: Das globale Gängeln

Globalisierung ist mehr als die Entwicklung, Produkte um den halben Weltball zu karren, bevor sie in anonymen Supermärkten verkauft werden. Und sie führt nicht nur zu kulturellem Einheitsbrei und billigen Massenprodukten. Sondern vor allem zu mehr Konkurrenz: „Globalisierung: Das globale Gängeln“ weiterlesen

Harald Welzer IV: Internet-Dreck sieht man nicht

(Bemerkung zur Veranstaltung am 31.1. im Evangelischen Bildungswerk Regensburg, am Ölberg 2, 19 Uhr: Besprechung des Buches „Die smarte Diktatur – Der Angriff auf unsere Freiheit“ von Harald Welzer.)

Formschön, bequem, nichts qualmt. Das ist das Internet, zumindest soll man das denken. In Wirklichkeit war „Internetkommunikation im weitesten Sinne in Deutschland für etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich, … für 2020 sollen es schon ein Fünftel sein“ (S. 59). Eine „Cloud“ ist eben doch eine Serverbank mit dem Stromverbrauch von Kleinstädten. „Harald Welzer IV: Internet-Dreck sieht man nicht“ weiterlesen

Zygmunt Bauman r.i.p.

Ich nehme sein Büchlein „Flüchtige Moderne“ ausm Regal und lese den Klappentext: „In Anlehnung an die bekannte Formulierung von Clausewitz kann man sagen: Der Krieg heute ist die Fortsetzung des globalen Freihandels mit anderen Mitteln“. Und dann sein Büchlein „Leben als Konsum“. Auf’m Klappentext: „Ich shoppe, also bin ich“.

ZEIT: Die ethnische und religiöse Verschiedenheit wäre also nicht das Trennende?

Bauman: Ethnische und religiöse Unterschiede, die sich gegenwärtig mit sozialer Deklassierung überlappen, werden zu untergeordneten privaten Eigenschaften, wenn die Politik die ökonomische Benachteiligung der Zuwanderer überwindet.

Was ist der Kern seiner Lehre? – Schwierig. Vielleicht: Wenn alle so wunderbar frei und ungebunden sein wollen, wie viele von uns vorgeben, dann verlernen wir Solidarität und Kooperation. Wenn der Staat dann auch noch mit seinem Gerede von der „Eigenverantwortung“ (auch wenn der Einzelne in zahllosen Abhängigkeiten gefangen ist) die Menschen ohnmächtig zurücklässt, bleibt von der Gesellschaft nichts als Konsum – der als „flüchtiger“ Glücksbringer alles langfristig Stabile zerstört.