Globalisierung am Ende?!

Wie werden die Historiker in 500 Jahren über das beginnende 21. Jahrhundert schreiben?

Vielleicht so:

„Das zweite Mittelalter begann mit der Wiederkehr der Emotionen. Die Menschen wollten nicht mehr nach Begründungen suchen, nicht mehr abwägen und diskutieren, fast gleichzeitig verfiel weltweit die Gesprächskultur. Wie schon Jahrhunderte davor begannen die Menschen reflexhaft auf Bedrohungen zu reagieren und Glaubensgebäude zu verteidigen, egal wie falsch und fatal sie in ihren Auswirkungen waren. Die folgenden Kriege hätten den Planeten beinahe unbewohnbar gemacht.“

Oder so?

„Die schöne Moderne begann mit der Wiederkehr der Emotionen.  Die Menschen wollten nicht mehr effizienzorientert und dabei fremdbestimmt und bindungslos leben. Wie noch nie zuvor in der Geschichte fingen die Menschen an, ihre Handlungen und ihre Gefühle in Einklang zu bringen. Die folgenden Umwälzungen führten zum Versiegen der weltweiten Handelsströme und schließlich zur Überwindung des kapitalistischen Planungssystems, weil die Menschen gute Beziehungen zum Kern ihres Strebens machten – und gute Beziehungen nunmal erfordern, dass man seine Bekannten sieht, hört, riecht und fühlt.“

Einerlei, was wahrscheinlicher klingt, die gegenwärtige Globalisierung mitsamt ihren Zwängen und Rechtfertigungen wird es in 500 Jahren sicher nicht mehr geben.

Aber nicht nur der zunehmende Populismus macht reichlich heftige Veränderungen wahrscheinlich, auch das Wachstumsstreben ist nicht durchzuhalten. Wachstumskurven kann man nicht 500 Jahre in die Zukunft erweitern.  500 Jahre jährlich 1-2 % mehr Fast-Food-Filialen, 1-2% mehr Strombedarf, 1-2% mehr Transport, Wasserverbrauch, Kommunikationsanlagen, internationaler Tourismus. Das bedeutet eine Verdopplung rund alle 50 Jahre, also 10 Verdopplungen, das ist eine Vertausendfachung.

Spaß mit Trendfortsetzungen: Angenommen, die Bevölkerung Deutschland stagniert bei seinen paarundachtzig Mio. Einwohnern, alles andere wächst aber so weiter wie in den vergangenen Jahrzehnten. Dann gäbe es in Deutschland in 500 Jahren rund 1,5 Mio. McDonald’s-Restaurants und fast die komplette Bevölkerung würden bei McDonald’s arbeiten. Ergo: Mc Donalds wird nicht 500 Jahre weiterwachsen.

Das gilt auch für alles andere, was gegenwärtig wachsen soll, weil jemand mehr Geld damit verdienen will. Nun: Wann kommen die Brüche und wie werden sie gemeistert?

 

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